Aktienhandel per Smartphone verführt zum Zocken

 

Broker-Apps machen den Handel mit Aktien auch für Privatanleger ohne einschlägige
Kenntnisse zum Kinderspiel und erleben seit einiger Zeit einen Boom. Forscher des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE haben nun untersucht, ob dieser bequeme Zugang zu den Kapitalmärkten das Anlegerverhalten verändert.
Sie stellten fest: Smartphone-Broker tendieren deutlich mehr zum Risiko als die Nutzer anderer Medien.

Wenn ein Titel in der Vergangenheit hohe Renditen aufwies, lassen sie sich auch von
starken Kursschwankungen nicht vom Kauf abhalten. Studienmitautor Andreas Hackethal, Leiter der Forschungsabteilung Household Finance bei SAFE, betont, dass dieses Verhalten nicht nur bei Neulingen zu beobachten ist:

„Die gestiegene Risikobereitschaft ist nicht durch eine anfängliche, vorübergehende Begeisterung zu erklären, sondern ist Ausdruck einer langfristig geänderten Anlagestrategie.“ Ebenfalls besorgniserregend: Wer durch den Smartphone-Aktienhandel zu mehr Risiko „erzogen“ wurde, tendiert anschließend auch auf anderen Kanälen
zu mehr Risikofreude beim Brokern.

 

Schon von Eltifs gehört?

 

Bereits 2015 schuf die Europäische Union die Anlageklasse der „langfristigen europäischen Investmentfonds“ (Eltif – European Long-Term Investment Funds).

Sie sollen eine Alternative zu geschlossenen Sachwertefonds bieten, kommen bislang aber kaum aus der Nische. Das könnte sich zukünftig ändern, denn das Angebot wächst stetig.

Zuletzt legte der US-Investmentriese BlackRock einen Infrastruktur-Eltif auf. Damit sind in Deutschland nun zehn Angebote am Markt, europaweit sind es etwa drei Dutzend.
Eltifs müssen mindestens 70 Prozent des verwalteten Vermögens in illiquide, nicht börsengehandelte Assets investieren.

Infrage kommen Infrastrukturprojekte, Unternehmensbeteiligungen und Fremdkapitalfinanzierungen; auch in Immobilien kann investiert werden, allerdings nicht für reine Spekulationszwecke, sondern nur im Rahmen langfristiger Projekte wie öffentlicher Anlagen (Schulen, Krankenhäuser etc.).

Daneben können Eltifs auch weitere konventionelle Sachwerte wie Schiffe, Flugzeuge und Maschinen finanzieren.

Außen vor sind dagegen Rohstoffe und exotische Sachwerte wie Kunst und Wein.

 

Deutsche Aktuarvereinigung warnt vor PVK-Beitragsrückforderungen

 
 

Einige privat Krankenversicherte konnten und können nach Gerichtsbeschlüssen von ihrem Versicherer gezahlte Beiträge zurückverlangen, weil bei vergangenen Beitragserhöhungen Formfehler unterlaufen sind.

Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV), der Zusammenschluss der Versicherungsmathematiker, sieht jedoch die Gefahr eines Bumerangeffekts: Da die gestiegenen Gesundheitskosten, mit denen Beitragserhöhungen begründet wurden, tatsächlich entstanden seien, müsse das Versichertenkollektiv am Ende so oder so dafür geradestehen – sodass die Rückerstattungen zukünftig zu deutlich höheren Prämien führen würden.
Hinzu kämen weitere Nachteile: Das Finanzamt müsste informiert werden und würde
Nachzahlungen verlangen, da infolge einer Rückerstattung geringere Vorsorgeaufwendungen steuermindernd geltend gemacht werden könnten.

Außerdem würde weniger Geld in die Alterungsrückstellungen der Krankenversicherer fließen, mit denen Beitragsanstiege im Alter begrenzt werden sollen. Eine Rückforderung formell ungültiger Beitragsaufschläge wäre daher nach Meinung der DAV am Ende ein Eigentor für die Versicherten.